Numerus Clausus (NC) für das Medizinstudium
NC Medizin heißt nicht, dass eine feste Note vorab feststeht. Wie die Auswahlgrenze entsteht, welche Werte aktuell gelten und wie du trotz NC reinkommst.
Die Prognose im NC-Rechner ist eine Extrapolation aus dem laufenden Verfahren, keine Vorhersage. Woraus sie entsteht, was sie kann und wann sie danebenliegt.

Die Prognose im NC-Rechner ist eine Extrapolation aus dem laufenden Verfahren, keine Vorhersage. Sie schreibt den bisherigen Verlauf fort. Wie zuverlässig der NC-Rechner in deinem Fall ist, hängt deshalb daran, ob sich das Bewerberfeld weiter so verhält wie bisher. Tut es das nicht, liegt die Zahl daneben. Wer das verstanden hat, liest die Farbe im eigenen Konto deutlich gelassener.
Das Wichtigste in Kürze
Zuverlässig genug für eine Orientierung, nicht zuverlässig genug für eine Garantie. Die Prognose trifft die Größenordnung in aller Regel gut. Sie kann aber nicht wissen, wie sich ein Jahrgang verhält, der sich anders bewirbt als alle Jahrgänge davor.
Der Unterschied klingt akademisch, ist in der Praxis aber der entscheidende Punkt. Eine Vorhersage würde behaupten, das Ergebnis zu kennen. Eine Fortschreibung sagt nur: Wenn es weiterläuft wie bisher, landest du ungefähr hier. Das ist ehrlicher und in einem laufenden Verfahren auch das Einzige, was seriös möglich ist.
Die Prognose kombiniert zwei Bausteine, die unterschiedliche Fragen beantworten. Erst zusammen ergeben sie ein brauchbares Bild.
| Baustein | Was er dir sagt | Stärke |
|---|---|---|
| Vorjahreswerte plus Puffer | Wo du grob landest | stabil, weil auf abgeschlossenen Zyklen beruhend |
| Verlauf des laufenden Jahres | Ob dieses Jahr über oder unter dem Vorjahr liegt | aktuell, aber früh im Verfahren noch sprunghaft |
Beides zusammen ist besser als eins davon allein. Die Vorjahre geben den Rahmen, der laufende Verlauf verschiebt ihn nach oben oder unten. Genau deshalb erscheint das Ergebnis als Bereich und nicht als eine einzelne Zahl.
Wichtig zur Einordnung der Farben: Grün und Gelb beziehen sich auf die Erstvergabe der Vorjahre, also ohne Nachrücken. Die Prognose selbst rechnet den weiteren Verlauf mit ein. Wer beide Werte verwechselt, hält einen historischen Momentwert für eine Aussage über das Gesamtergebnis.
Sie liegt daneben, wenn sich die Grundlage verschiebt, auf der sie fortschreibt. Vier Ursachen treten regelmäßig auf, alle vier liegen außerhalb dessen, was aus dem bisherigen Verlauf ablesbar wäre.
| Faktor | Wirkung |
|---|---|
| Bewerberfeld | Ein starker Jahrgang zieht die Grenzen nach oben |
| Beliebtheit der Universität | Mehr Erstwünsche an einem Standort bedeuten mehr Konkurrenz |
| Geänderte Kriterien | Universitäten gewichten Test, Ausbildung oder Dienst neu |
| Gekürzte Studienplätze | Weniger Plätze verschieben jede Grenze nach oben |
In der Praxis führt das zu Fällen, die sich zunächst widersprüchlich anfühlen. Manche Bewerber:innen erhalten eine Zusage, obwohl ihre Prognose rot war. Andere warten weiter, obwohl sie im grünen Bereich liegen. Beides ist kein Fehler im Werkzeug, sondern die normale Streuung eines Verfahrens, das sich täglich bewegt. Wie sich das aus Bewerbersicht anfühlt und wie lange so ein Warten dauern kann, schildert tmsbuddies an einem konkreten Fall: Koordinierungsphase Ende.
Hinzu kommt der Zeitpunkt. In der ersten Woche nach dem Start einer Quote ist die Datenbasis des laufenden Jahres noch dünn, entsprechend stark schwankt der Wert. Wie lange das Verfahren tatsächlich läuft, steht in der Koordinierungsphase.
Für harte Entscheidungen sind die Vorjahreswerte die Basis, nicht der Tagesstand. Der laufende Verlauf ist die Korrektur darauf, kein eigenständiger Richtwert.
Konkret heißt das: Wenn du deine Priorisierung festlegst oder überlegst, ob sich ein zweiter Anlauf im nächsten Zyklus lohnt, orientierst du dich am mehrjährigen Bild. Wenn du wissen willst, ob dieses Jahr eher strenger oder lockerer läuft als das letzte, schaust du auf den aktuellen Verlauf. Die Reihenfolge, in der du beide Signale zusammen mit den Grenzrängen liest, steht in NC-Rechner-Prognose lesen.
Berechnen lassen sich die Werte im NC-Rechner. Verbindlich ist am Ende ausschließlich das, was in deinem hochschulstart-Konto steht.
Zuverlässig genug für eine Orientierung, nicht für eine Garantie. Die Prognose trifft die Größenordnung meist gut, sie kann aber nicht wissen, wie sich ein Jahrgang verhält, der sich anders bewirbt als alle vorherigen.
Nein. Sie ist eine Extrapolation aus dem laufenden Verfahren, also eine Fortschreibung des bisherigen Verlaufs. Verhält sich das Bewerberfeld anders als bisher, liegt die Zahl daneben.
Weil im Verfahren immer Spielraum bleibt. Der Bereich gibt an, in welchem Rahmen eine Zulassung zu erwarten ist, statt eine Genauigkeit vorzutäuschen, die es nicht gibt.
Auf die Erstvergabe der Vorjahre, also ohne Nachrücken. Die Prognose rechnet den weiteren Verlauf dagegen mit ein. Beide Werte beantworten unterschiedliche Fragen.
Ja, das kommt jedes Jahr vor. Ebenso warten manche mit grüner Prognose noch. Das ist die normale Streuung eines Verfahrens, dessen Grenzen sich täglich bewegen.
Die Vorjahreswerte. Sie beruhen auf abgeschlossenen Zyklen und sind damit die stabilere Basis. Den laufenden Verlauf nutzt du als Korrektur nach oben oder unten.