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Bewerbung

Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)

Die zusätzliche Eignungsquote vergibt 10 % der Medizin-Studienplätze ganz ohne Abiturnote. Welches Kriterium je Uni führt und wie du hier punktest.

Kevin Kumar
Kevin Kumar
Zusätzliche Eignungsquote ZEQ: 10 % der Medizin-Studienplätze ohne Abiturnote
Die zusätzliche Eignungsquote vergibt 10 % der Medizin-Studienplätze unabhängig von der Abiturnote.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) vergibt 10 % der Medizinstudienplätze unabhängig von der Abiturnote.
  • Die Auswahl basiert auf einem 100-Punkte-System, das u. a. folgende Kriterien berücksichtigt: Medizinische Eignungstests (TMS, HAM-Nat), Berufsausbildungen im Gesundheitswesen, Wissenschaftliche Wettbewerbe, Freiwilligendienste, Bewerbungsgespräche
  • Ergänzt andere Quoten wie die Abiturbestenquote (30 %) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (60 %).
  • Bietet Bewerber*innen mit praktischer Erfahrung eine alternative Zulassungschance zum Medizinstudium.
  • Ziel: Vielfalt der Studierenden erhöhen und Chancengleichheit fördern.

    Die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) ist der einzige Zulassungsweg für Medizin, bei dem deine Abiturnote keine Rolle spielt. Über sie werden 10 % der Studienplätze vergeben, und zwar allein nach Kriterien wie einem Test, einer Ausbildung, einem Dienst oder einem Auswahlgespräch. Welches Kriterium führt, entscheidet jede Universität selbst. Dieser Artikel erklärt, wie die Quote funktioniert, an welchen Unis was zählt und für wen sie die beste Chance auf einen Studienplatz ist.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die zusätzliche Eignungsquote vergibt 10 % der Medizin-Studienplätze, und die Abiturnote zählt hier gar nicht.
    • Welches Kriterium führt, ist je Universität verschieden: Test, Ausbildung, Dienst oder Auswahlgespräch.
    • An sieben Unis entscheidet in der ZEQ allein der TMS zu 100 %: Bielefeld, Greifswald, Bochum, Rostock, Düsseldorf, Bonn und Köln.
    • Andere Unis führen über eine Berufsausbildung, den HAM-Nat oder ein Auswahlgespräch.
    • Die ZEQ ist der Weg für ein schwaches bis mittleres Abitur kombiniert mit einer starken Zusatzleistung.

    Was ist die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ)?

    Die zusätzliche Eignungsquote ist die Quote, über die 10 % der Medizin-Studienplätze ohne Blick auf die Abiturnote vergeben werden. Sie wurde 2020 eingeführt und ersetzt die frühere Wartezeitquote, die im selben Zug abgeschafft wurde.

    Über die ZEQ laufen die vier bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer: Humanmedizin, Zahnmedizin, Tier- und Veterinärmedizin sowie Pharmazie. Statt der Note zählen hier andere Qualifikationen, die eine Eignung für das Studium belegen. Du bewirbst dich nicht extra für die ZEQ, sondern automatisch mit deiner regulären Bewerbung. Das Konzept ist auch unter dem Namen Talentquote bekannt, ein Begriff aus der Planungsphase, der sich umgangssprachlich gehalten hat.

    Wie viele Studienplätze vergibt die ZEQ?

    Die zusätzliche Eignungsquote vergibt 10 % aller Studienplätze in den zulassungsbeschränkten Medizin-Fächern. Sie ist damit die kleinste der drei Hauptquoten, aber für viele Profile die einzige realistische.

    Nach Abzug der Vorabquoten verteilt hochschulstart die restlichen Plätze auf drei Wege:

    • Abiturbestenquote (ABQ): 30 %. Hier zählt allein die Abiturnote. Details in der Abiturbestenquote.
    • Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ): 10 %. Das Abitur zählt nicht, das Leitkriterium ist je Uni verschieden.
    • Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH): 60 %. Jede Uni gewichtet Note, Test und weitere Kriterien selbst. Wie das läuft, zeigt das Auswahlverfahren der Hochschulen.

    Eine reine Wartezeitquote gibt es nicht mehr. Wartesemester wurden 2020 abgeschafft und spielen bei der Vergabe heute keine Rolle.

    Zählt das Abitur in der ZEQ?

    Nein. In der zusätzlichen Eignungsquote zählt deine Abiturnote nicht. Genau das macht sie zum wichtigsten Weg für alle, deren Schnitt allein nicht für einen Platz reicht.

    Das ist der entscheidende Unterschied zur Abiturbestenquote und zum AdH. In der ABQ entscheidet die Note allein, im AdH ist sie ein gewichteter Faktor. In der ZEQ ist sie irrelevant. Du startest hier mit denselben Chancen wie jemand mit einem deutlich besseren Zeugnis, solange deine Zusatzleistung stimmt.

    Welches Kriterium zählt in der ZEQ?

    In der zusätzlichen Eignungsquote legt jede Universität selbst fest, welches Kriterium führt und wie stark es zählt. Es gibt keine bundesweit einheitliche Gewichtung, deshalb lohnt sich der Blick auf die einzelne Uni.

    An einer Gruppe von Universitäten entscheidet in der ZEQ allein der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) zu 100 %. Wer hier punkten will, braucht nur ein starkes Testergebnis, sonst nichts. Dazu zählen aktuell:

    • Bielefeld
    • Greifswald
    • Bochum
    • Rostock
    • Düsseldorf
    • Bonn
    • Köln

    An diesen sieben Unis sicherst du dir mit einem starken TMS-Ergebnis einen Studienplatz, ganz unabhängig von deiner Abiturnote. Welche Unis ihre Plätze allein über den TMS vergeben und wie stark er an den übrigen wirkt, hat tmsbuddies je Uni aufgeschlüsselt.

    Andere Universitäten führen ihre ZEQ über ganz andere Kriterien. Drei typische Beispiele:

    • Hannover gewichtet eine Berufsausbildung mit rund 65 %.
    • Hamburg lässt den HAM-Nat zu etwa 80 % entscheiden.
    • Heidelberg vergibt seine ZEQ-Plätze zu 100 % über ein Auswahlgespräch.

    Du siehst: Ein und dieselbe Quote sieht von Uni zu Uni völlig anders aus. Bevor du dich festlegst, prüfst du in der Zulassungsordnung der jeweiligen Uni, welches Kriterium dort tatsächlich führt.

    Welche Kriterien werden in der ZEQ überhaupt herangezogen?

    In der zusätzlichen Eignungsquote zählen nicht-notenbasierte Leistungen, die eine Eignung für das Medizinstudium belegen. Die wichtigsten sind ein Eignungstest, eine einschlägige Ausbildung, ein Dienst oder ein strukturiertes Auswahlgespräch.

    Im Einzelnen kommen diese Kriterien zum Einsatz:

    • der TMS (Test für Medizinische Studiengänge)
    • der HAM-Nat (naturwissenschaftlicher Test des UKE Hamburg)
    • eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitsbereich, etwa als Pflegefachkraft, Rettungssanitäter:in oder Physiotherapeut:in
    • ein Freiwilligendienst oder eine relevante Berufstätigkeit im medizinischen Umfeld
    • ein Auswahlgespräch oder Interview an einzelnen Unis

    Welche dieser Kriterien eine Uni nutzt und wie sie sie kombiniert, steht in ihrer Zulassungsordnung. Manche setzen voll auf ein einziges Kriterium, andere mischen zwei oder drei.

    Für wen lohnt sich die zusätzliche Eignungsquote?

    Die zusätzliche Eignungsquote lohnt sich vor allem für ein schwaches bis mittleres Abitur kombiniert mit einer starken Zusatzleistung. Da die Note hier wegfällt, holst du über den TMS, eine Ausbildung oder einen Dienst auf, was dir im Zeugnis fehlt.

    Drei Profile profitieren besonders:

    • Du hast ein mittleres Abi und kannst stark im TMS abschneiden. An den 100-%-TMS-Unis brauchst du nur das Testergebnis.
    • Du hast eine einschlägige Ausbildung abgeschlossen. An Unis wie Hannover bringt sie dich in der ZEQ weit nach vorn. Wie du mit einer Ausbildung in der ZEQ punktest, lohnt einen genauen Blick auf die jeweilige Zulassungsordnung.
    • Du bringst praktische Erfahrung oder einen Dienst mit. Ein Freiwilligendienst oder eine Berufstätigkeit im Gesundheitsbereich kann an einzelnen Unis den Ausschlag geben.

    Ob dein Profil an deiner Wunsch-Uni reicht, lässt sich mit dem NC-Rechner abschätzen. Er zeigt dir, welche Unis mit deiner Kombination aus Note und Testergebnis realistisch erreichbar sind.

    Wie punktest du in der ZEQ?

    Um in der zusätzlichen Eignungsquote zu punkten, baust du genau das Kriterium aus, das deine Wunsch-Uni führt. An den TMS-Unis heißt das ein starkes Testergebnis, an Ausbildungs-Unis ein passender Berufsabschluss.

    Der TMS ist dabei der breiteste Hebel, weil er an sieben Unis allein über die ZEQ entscheidet und zusätzlich im AdH an vielen weiteren Unis zählt. Ein gutes Ergebnis verbessert deine Chancen also gleich auf zwei Wegen. Die zweite große Gruppe sind Bewerber:innen mit einer Berufsausbildung im Gesundheitsbereich, die an Unis wie Hannover stark gewichtet wird. Plane früh, denn eine Ausbildung dauert Jahre und ein TMS will vorbereitet sein. Welche Kombination für dich passt, hängt davon ab, welche Unis du ansteuerst und welche Zusatzleistung du realistisch erbringen kannst. Den Gesamtablauf deiner Bewerbung erklärt der Artikel Bewerbung Medizinstudium.

    Ist die ZEQ eine sinnvolle Alternative?

    Ja, die zusätzliche Eignungsquote ist für viele Bewerber:innen die realistischste Chance auf einen Medizin-Studienplatz in Deutschland. Sie öffnet einen Weg, der unabhängig von der Abiturnote funktioniert.

    Wichtig ist, dass du dich rechtzeitig informierst, welches Kriterium deine Wunsch-Uni in der ZEQ führt, und deine Zusatzleistung darauf ausrichtest. Wer das früh plant und seine Unterlagen fristgerecht über hochschulstart einreicht, hat hier eine echte Chance. Wie tief der NC im jeweiligen Verfahren liegt und welche Rolle der Grenzrang spielt, hilft dir bei der realistischen Einschätzung deiner Optionen.

    Was ist die zusätzliche Eignungsquote?

    Die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) ist die Quote, über die 10 % der Medizin-Studienplätze ohne Blick auf die Abiturnote vergeben werden. Statt der Note zählen Kriterien wie ein Test, eine Ausbildung, ein Dienst oder ein Auswahlgespräch, und welches führt, legt jede Universität selbst fest.

    Zählt das Abitur in der ZEQ?

    Nein. In der zusätzlichen Eignungsquote spielt die Abiturnote keine Rolle. Du startest hier mit denselben Chancen wie jemand mit einem besseren Zeugnis, solange deine Zusatzleistung stimmt.

    An welchen Unis zählt in der ZEQ nur der TMS?

    An Bielefeld, Greifswald, Bochum, Rostock, Düsseldorf, Bonn und Köln entscheidet in der ZEQ allein der TMS zu 100 %. Andere Unis führen über eine Berufsausbildung, den HAM-Nat oder ein Auswahlgespräch.

    Wie viele Studienplätze vergibt die ZEQ?

    Die ZEQ vergibt 10 % der Plätze. Zum Vergleich: Die Abiturbestenquote macht 30 % aus und das Auswahlverfahren der Hochschulen 60 %.

    Für wen lohnt sich die zusätzliche Eignungsquote?

    Vor allem für ein schwaches bis mittleres Abitur kombiniert mit einer starken Zusatzleistung wie einem guten TMS, einer einschlägigen Ausbildung oder einem Dienst. Da die Note wegfällt, holst du hier auf, was dir im Zeugnis fehlt.