Grenzrang
Der Grenzrang ist die Position der letzten zugelassenen Person in einer Quote. Wie er aus der Uni-Punktzahl entsteht, warum er nicht gleich der Abiturnote ist und jedes Jahr schwankt.
Die zusätzliche Eignungsquote vergibt 10 % der Medizin-Studienplätze ganz ohne Abiturnote. Welches Kriterium je Uni führt und wie du hier punktest.

Die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) ist der einzige Zulassungsweg für Medizin, bei dem deine Abiturnote keine Rolle spielt. Über sie werden 10 % der Studienplätze vergeben, und zwar allein nach Kriterien wie einem Test, einer Ausbildung, einem Dienst oder einem Auswahlgespräch. Welches Kriterium führt, entscheidet jede Universität selbst. Dieser Artikel erklärt, wie die Quote funktioniert, an welchen Unis was zählt und für wen sie die beste Chance auf einen Studienplatz ist.
Das Wichtigste in Kürze
Die zusätzliche Eignungsquote ist die Quote, über die 10 % der Medizin-Studienplätze ohne Blick auf die Abiturnote vergeben werden. Sie wurde 2020 eingeführt und ersetzt die frühere Wartezeitquote, die im selben Zug abgeschafft wurde.
Über die ZEQ laufen die vier bundesweit zulassungsbeschränkten Fächer: Humanmedizin, Zahnmedizin, Tier- und Veterinärmedizin sowie Pharmazie. Statt der Note zählen hier andere Qualifikationen, die eine Eignung für das Studium belegen. Du bewirbst dich nicht extra für die ZEQ, sondern automatisch mit deiner regulären Bewerbung. Das Konzept ist auch unter dem Namen Talentquote bekannt, ein Begriff aus der Planungsphase, der sich umgangssprachlich gehalten hat.
Die zusätzliche Eignungsquote vergibt 10 % aller Studienplätze in den zulassungsbeschränkten Medizin-Fächern. Sie ist damit die kleinste der drei Hauptquoten, aber für viele Profile die einzige realistische.
Nach Abzug der Vorabquoten verteilt hochschulstart die restlichen Plätze auf drei Wege:
Eine reine Wartezeitquote gibt es nicht mehr. Wartesemester wurden 2020 abgeschafft und spielen bei der Vergabe heute keine Rolle.
Nein. In der zusätzlichen Eignungsquote zählt deine Abiturnote nicht. Genau das macht sie zum wichtigsten Weg für alle, deren Schnitt allein nicht für einen Platz reicht.
Das ist der entscheidende Unterschied zur Abiturbestenquote und zum AdH. In der ABQ entscheidet die Note allein, im AdH ist sie ein gewichteter Faktor. In der ZEQ ist sie irrelevant. Du startest hier mit denselben Chancen wie jemand mit einem deutlich besseren Zeugnis, solange deine Zusatzleistung stimmt.
In der zusätzlichen Eignungsquote legt jede Universität selbst fest, welches Kriterium führt und wie stark es zählt. Es gibt keine bundesweit einheitliche Gewichtung, deshalb lohnt sich der Blick auf die einzelne Uni.
An einer Gruppe von Universitäten entscheidet in der ZEQ allein der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) zu 100 %. Wer hier punkten will, braucht nur ein starkes Testergebnis, sonst nichts. Dazu zählen aktuell:
An diesen sieben Unis sicherst du dir mit einem starken TMS-Ergebnis einen Studienplatz, ganz unabhängig von deiner Abiturnote. Welche Unis ihre Plätze allein über den TMS vergeben und wie stark er an den übrigen wirkt, hat tmsbuddies je Uni aufgeschlüsselt.
Andere Universitäten führen ihre ZEQ über ganz andere Kriterien. Drei typische Beispiele:
Du siehst: Ein und dieselbe Quote sieht von Uni zu Uni völlig anders aus. Bevor du dich festlegst, prüfst du in der Zulassungsordnung der jeweiligen Uni, welches Kriterium dort tatsächlich führt.
In der zusätzlichen Eignungsquote zählen nicht-notenbasierte Leistungen, die eine Eignung für das Medizinstudium belegen. Die wichtigsten sind ein Eignungstest, eine einschlägige Ausbildung, ein Dienst oder ein strukturiertes Auswahlgespräch.
Im Einzelnen kommen diese Kriterien zum Einsatz:
Welche dieser Kriterien eine Uni nutzt und wie sie sie kombiniert, steht in ihrer Zulassungsordnung. Manche setzen voll auf ein einziges Kriterium, andere mischen zwei oder drei.
Die zusätzliche Eignungsquote lohnt sich vor allem für ein schwaches bis mittleres Abitur kombiniert mit einer starken Zusatzleistung. Da die Note hier wegfällt, holst du über den TMS, eine Ausbildung oder einen Dienst auf, was dir im Zeugnis fehlt.
Drei Profile profitieren besonders:
Ob dein Profil an deiner Wunsch-Uni reicht, lässt sich mit dem NC-Rechner abschätzen. Er zeigt dir, welche Unis mit deiner Kombination aus Note und Testergebnis realistisch erreichbar sind.
Um in der zusätzlichen Eignungsquote zu punkten, baust du genau das Kriterium aus, das deine Wunsch-Uni führt. An den TMS-Unis heißt das ein starkes Testergebnis, an Ausbildungs-Unis ein passender Berufsabschluss.
Der TMS ist dabei der breiteste Hebel, weil er an sieben Unis allein über die ZEQ entscheidet und zusätzlich im AdH an vielen weiteren Unis zählt. Ein gutes Ergebnis verbessert deine Chancen also gleich auf zwei Wegen. Die zweite große Gruppe sind Bewerber:innen mit einer Berufsausbildung im Gesundheitsbereich, die an Unis wie Hannover stark gewichtet wird. Plane früh, denn eine Ausbildung dauert Jahre und ein TMS will vorbereitet sein. Welche Kombination für dich passt, hängt davon ab, welche Unis du ansteuerst und welche Zusatzleistung du realistisch erbringen kannst. Den Gesamtablauf deiner Bewerbung erklärt der Artikel Bewerbung Medizinstudium.
Ja, die zusätzliche Eignungsquote ist für viele Bewerber:innen die realistischste Chance auf einen Medizin-Studienplatz in Deutschland. Sie öffnet einen Weg, der unabhängig von der Abiturnote funktioniert.
Wichtig ist, dass du dich rechtzeitig informierst, welches Kriterium deine Wunsch-Uni in der ZEQ führt, und deine Zusatzleistung darauf ausrichtest. Wer das früh plant und seine Unterlagen fristgerecht über hochschulstart einreicht, hat hier eine echte Chance. Wie tief der NC im jeweiligen Verfahren liegt und welche Rolle der Grenzrang spielt, hilft dir bei der realistischen Einschätzung deiner Optionen. Konkrete ZEQ-Ranglistenplätze der letzten beiden Bewerbungsjahre, gemeldet aus unserer Community, stehen in den Grenzrängen Medizin.
Die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) ist die Quote, über die 10 % der Medizin-Studienplätze ohne Blick auf die Abiturnote vergeben werden. Statt der Note zählen Kriterien wie ein Test, eine Ausbildung, ein Dienst oder ein Auswahlgespräch, und welches führt, legt jede Universität selbst fest.
Nein. In der zusätzlichen Eignungsquote spielt die Abiturnote keine Rolle. Du startest hier mit denselben Chancen wie jemand mit einem besseren Zeugnis, solange deine Zusatzleistung stimmt.
An Bielefeld, Greifswald, Bochum, Rostock, Düsseldorf, Bonn und Köln entscheidet in der ZEQ allein der TMS zu 100 %. Andere Unis führen über eine Berufsausbildung, den HAM-Nat oder ein Auswahlgespräch.
Die ZEQ vergibt 10 % der Plätze. Zum Vergleich: Die Abiturbestenquote macht 30 % aus und das Auswahlverfahren der Hochschulen 60 %.
Vor allem für ein schwaches bis mittleres Abitur kombiniert mit einer starken Zusatzleistung wie einem guten TMS, einer einschlägigen Ausbildung oder einem Dienst. Da die Note wegfällt, holst du hier auf, was dir im Zeugnis fehlt.