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Allgemein

Landarztquote 2025/26: Ohne NC zum Medizinstudium – Alles, was du wissen musst

Kevin Kumar
Kevin Kumar

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bis zu 8 % der Medizin‑Studienplätze werden 2025/26 über die Landarztquote vergeben. In Bayern starten zum Wintersemester 2025/26 erstmals 172 Studierende über diesen Weg – so viele wie noch nie.
    • Die Bewerbungsphase für Bayern läuft vom 1. Februar bis 28. Februar 2025. Für Baden‑Württemberg endet sie am 31. März 2025.
    • Wer einen Platz erhält, verpflichtet sich für mindestens zehn Jahre als Hausarzt oder Kinderarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten.
    • Zusätzlich gibt es die ÖGD‑Quote: 1,8 % der Plätze sind für den öffentlichen Gesundheitsdienst reserviert (2025/26: 13 Plätze).
    • Trotz fehlendem NC werden Auswahlgespräche und Kriterien wie Motivation, TMS‑Ergebnis oder Berufserfahrung berücksichtigt.

    Einführung

    Medizinstudierende werden in Deutschland nach unterschiedlichen Quoten zugelassen. Neben der Abiturbesten‑ und der Auswahlquote der Hochschulen gibt es seit einigen Jahren eine Sonderregelung für angehende Hausärztinnen und Hausärzte: die Landarztquote. Sie soll die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen sichern. Wer einen Studienplatz über diese Quote erhält, muss sich im Gegenzug verpflichten, später als Haus‑ oder Kinderarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten. Für viele Bewerberinnen und Bewerber eröffnet sich damit die Chance auf ein Medizinstudium ganz ohne Numerus clausus – vorausgesetzt, du bringst die nötige Motivation und die Bereitschaft mit, dich langfristig zu binden.

    Was ist die Landarztquote?

    Die Landarztquote ist ein Sondervergabeverfahren, bei dem ein Teil der Medizin‑Studienplätze an Bewerberinnen und Bewerber vergeben wird, die sich später zu einer hausärztlichen oder kinderärztlichen Tätigkeit in ländlichen Gebieten verpflichten. Der Anteil der reservierten Plätze variiert je nach Bundesland – in Bayern dürfen bis zu 8 % der Studienplätze auf diesem Weg vergeben werden. Neben Bayern beteiligen sich weitere Länder wie Baden‑Württemberg, Nordrhein‑Westfalen, Rheinland‑Pfalz und Sachsen an der Quote.

    Um einen Platz zu erhalten, schließen Bewerberinnen und Bewerber einen Vertrag mit dem jeweiligen Land. In diesem Vertrag verpflichten sie sich, nach Studienabschluss und Weiterbildung mindestens zehn Jahre in einem unterversorgten Gebiet als Ärztin oder Arzt zu arbeiten. Wird die Verpflichtung nicht eingehalten, können Rückforderungen oder Vertragsstrafen drohen.

    Aktuelle Zahlen und Fristen 2025/26

    Im kommenden Wintersemester 2025/26 gibt es eine Rekordzahl an verfügbaren Plätzen. Allein in Bayern beginnen 172 Studierende ihr Studium über die Landarztquote; über die ÖGD‑Quote (öffentlicher Gesundheitsdienst) kommen 13 weitere Plätze hinzu. Weitere Bundesländer stellen ebenfalls Plätze bereit. Hier ein Überblick über wichtige Zahlen und Fristen:

    BundeslandPlätze (2025/26)BewerbungszeitraumVerpflichtung
    Bayernca. 172 (Landarztquote) + 13 (ÖGD‑Quote)01.02.–28.02.2025Haus‑/Kinderarzt in ländlicher Region für mindestens 10 Jahre
    Baden‑Württemberg7501.03.–31.03.2025Arbeit im ländlichen Raum für mindestens 10 Jahre
    Nordrhein‑Westfalen7,6 % der Studienplätzevoraussichtlich Februar 202510‑jährige Verpflichtung
    Rheinland‑Pfalz / SachsenAnteil je nach Land (4‑7 %)Termine werden Anfang 2025 bekanntgegeben10‑jährige Verpflichtung

    Beachte, dass auch für das Wintersemester 2025/26 die Briefzustellung länger dauern kann. Aufgrund der Postrechtsreform werden Standardbriefe erst nach drei bis vier Werktagen zugestellt. Plane also ausreichend Puffer ein und sende Unterlagen rechtzeitig ab.

    Voraussetzungen und Auswahlverfahren

    Um dich über die Landarztquote zu bewerben, musst du bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

    • Herkunft und Schulabschluss: Du benötigst eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur) und musst in der Regel die deutsche oder EU‑Staatsangehörigkeit besitzen.
    • Motivation: Deine Bereitschaft, später in einer unterversorgten Region als Haus‑ oder Kinderarzt zu arbeiten, wird im Auswahlgespräch überprüft. Oft zählen auch soziales Engagement oder eine medizinische Vorbildung.
    • Testleistungen: Viele Länder berücksichtigen das Ergebnis des TMS (Test für medizinische Studiengänge) oder des HAM‑Nat. Informiere dich rechtzeitig über Testtermine und bereite dich vor – zum Beispiel mit Kursen wie von TMSBuddies oder unserem TMS‑Leitfaden.
    • Berufserfahrung: Eine abgeschlossene Ausbildung im Gesundheitsbereich oder ein Freiwilliges Soziales Jahr kann zusätzliche Punkte bringen.

    Das Auswahlverfahren besteht meist aus zwei Stufen: einer schriftlichen Bewerbung und einem Interview. In der schriftlichen Phase reichst du Zeugnisse, Nachweise über berufliche Erfahrung und Motivationsschreiben ein. Anschließend werden geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu Gesprächen eingeladen, in denen ihre Motivation und soziale Kompetenz geprüft werden. Die genauen Kriterien unterscheiden sich je nach Bundesland.

    Vor‑ und Nachteile

    Vorteile:

    • Keine Abiturbestenquote: Ein schlechterer Abi‑Durchschnitt ist kein Ausschlusskriterium – entscheidend sind Motivation und Eignung.
    • Sicherer Studienplatz: Wer die Anforderungen erfüllt, erhält mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Platz und kann direkt mit dem Studium beginnen.
    • Förderung der ländlichen Versorgung: Du tust etwas Gutes und kannst langfristig eine stabile Patientenbasis aufbauen.

    Nachteile:

    • Lange Bindung: Zehn Jahre Tätigkeit in einer ländlichen Region sind eine lange Verpflichtung. Du solltest dir sicher sein, dass du diese Lebensplanung möchtest.
    • Regionale Einschränkungen: Du kannst dir nicht beliebig den Arbeitsort aussuchen, sondern musst dorthin, wo Bedarf besteht.
    • Vertragsstrafen: Bei Nichterfüllung der Verpflichtung können empfindliche Rückforderungen entstehen.

    Tipps für deine Bewerbung

    • Früh planen: Prüfe schon jetzt die Bewerbungszeiträume und halte alle Unterlagen bereit. Aufgrund der verlängerten Postlaufzeiten solltest du Dokumente mehrere Tage vor Fristende abschicken.
    • TMS vorbereiten: Ein gutes Testergebnis kann dir wichtige Punkte bringen. Nutze Kurse zur Prüfungsvorbereitung und übe regelmäßig.
    • Motivationsschreiben: Erkläre klar, warum du Haus‑ oder Kinderarzt in einer ländlichen Region werden möchtest. Beziehe dich auf persönliche Erfahrungen, Praktika oder ein Freiwilliges Soziales Jahr.
    • Interview trainieren: Lass dich von Freunden oder Familie befragen, um sicher im Gespräch aufzutreten. Informiere dich über gesundheitspolitische Themen und Herausforderungen der ländlichen Versorgung.
    • Parallel bewerben: Da die Landarztquote kompetitiv ist, solltest du dich zusätzlich über das reguläre Auswahlverfahren der Hochschulen bewerben – beispielsweise mithilfe des NC‑Rechners.

    FAQ – Häufige Fragen zur Landarztquote

    Was ist die Landarztquote?

    Die Landarztquote reserviert einen Teil der Medizin‑Studienplätze für Bewerberinnen und Bewerber, die sich später verpflichten, als Haus‑ oder Kinderarzt in ländlichen Gebieten zu arbeiten. Sie gibt dir die Möglichkeit, auch mit schlechterem Abi‑Schnitt Medizin zu studieren.

    Welche Bundesländer machen mit?

    Bayern, Baden‑Württemberg, Nordrhein‑Westfalen, Rheinland‑Pfalz, Sachsen und weitere Länder beteiligen sich an der Quote. Die genauen Platzkontingente und Fristen variieren je nach Land.

    Brauche ich eine bestimmte Abiturnote?

    Nein. Die Abiturnote spielt eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger sind deine Motivation, die Bereitschaft zur ländlichen Tätigkeit und gegebenenfalls dein TMS‑Ergebnis.

    Wie lange ist die Verpflichtung?

    Du verpflichtest dich in der Regel für mindestens zehn Jahre, nach Studium und Weiterbildung als Hausarzt oder Kinderarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten.

    Was passiert, wenn ich meine Verpflichtung nicht erfülle?

    Bei Nichterfüllung des Vertrags können Rückzahlungen und Vertragsstrafen fällig werden, die je nach Bundesland mehrere zehntausend Euro betragen können.

    Gibt es finanzielle Unterstützung während des Studiums?

    Einige Länder bieten Stipendien oder finanzielle Zuschüsse an. Informiere dich bei den zuständigen Ministerien, welche Förderprogramme es gibt.

    Kann ich nach dem Studium ins Ausland gehen?

    Nein. Während der Verpflichtungszeit musst du in dem Bundesland bleiben, in dem du den Studienplatz erhalten hast. Auslandsaufenthalte sind während des Studiums möglich, aber nicht nach Abschluss.

    Kann ich mich parallel auch über andere Quoten bewerben?

    Ja. Es empfiehlt sich, sich zusätzlich über die regulären Zulassungsverfahren (Abiturbestenquote, AdH, ZEQ) zu bewerben. So erhöhst du deine Chancen auf einen Studienplatz.