Physikum
Das Physikum ist das erste Staatsexamen im Medizinstudium in Deutschland, das nach dem vierten Semester den vorklinischen Abschnitt abschließt und als Voraussetzung für den Eintritt in den klinischen Studienabschnitt dient.
Priorisierung im Medizinstudium heißt: bis zu 12 Studienwünsche nach deiner persönlichen Reihenfolge ordnen. Warum die Reihenfolge deine Zulassungschance nicht verändert und nach welchen Kriterien du sie sortierst.

Bei der Bewerbung um einen Medizin-Studienplatz musst du dich nicht für eine einzige Universität entscheiden. Du gibst mehrere Studienwünsche an und bringst sie in eine Reihenfolge. Diese Reihenfolge nennt sich Priorisierung. Was die Priorisierung Medizinstudium genau bedeutet, warum sie deine Zulassungschance an einer Uni nicht verändert und nach welchen Kriterien du deine Wünsche sortierst, klärt dieser Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
Priorisierung beim Medizinstudium bedeutet, dass du deine Studienwünsche in eine persönliche Rangfolge bringst. Du bewirbst dich auf bis zu 12 Wünsche gleichzeitig und legst fest, welcher davon dein Favorit ist.
Diese Wünsche umfassen jeweils einen Studiengang an einer Universität, etwa Humanmedizin in Heidelberg oder Zahnmedizin in Leipzig. Seit dem Sommersemester 2020 darfst du dich auf bis zu zwölf solcher Kombinationen gleichzeitig bewerben. An die oberste Stelle setzt du den Platz, den du am liebsten annehmen würdest. Darunter folgen die weiteren Wünsche in absteigender Reihenfolge.
Nein. Die Reihenfolge deiner Studienwünsche verändert deine Zulassungschance an keiner einzelnen Uni. Die Hochschulen sehen nicht, an welcher Stelle du sie gereiht hast.
Jede Universität erstellt ihre eigene Rangliste allein anhand ihrer Auswahlkriterien, also etwa Abiturnote, Testergebnis oder zusätzlicher Leistungen. Ob du eine Uni auf Platz 1 oder Platz 9 setzt, fließt in diese Rangliste nicht ein. Du kannst deine Wünsche also frei nach deinen echten Vorlieben sortieren, ohne dir an einer Stelle die Chance zu verbauen. Wie das Vergabesystem dahinter funktioniert, erklärt der Artikel hochschulstart Bewerbung.
Die Reihenfolge entscheidet nur bei einer Mehrfachzulassung. Bekommst du zur selben Zeit Angebote von mehreren Universitäten, zählt das am höchsten priorisierte davon.
Erhältst du am Ende nur ein einziges Zulassungsangebot, spielt die Reihenfolge keine Rolle, du nimmst diesen Platz oder lässt ihn liegen. Liegen aber gleichzeitig zwei oder mehr Angebote vor, greift deine Rangfolge: Das System behält das höchstgereihte Angebot, die niedriger gereihten fallen automatisch weg. Genau deshalb lohnt es sich, die Reihenfolge ehrlich nach deinen Wünschen zu setzen und nicht nach taktischen Überlegungen.
Ein Beispiel: Du hast Heidelberg auf Platz 1 und Leipzig auf Platz 3 gereiht. Kommen beide Zulassungen am selben Tag, bekommst du Heidelberg, dein Leipzig-Angebot verfällt. Hättest du Leipzig höher gesetzt, wäre es umgekehrt. Die Reihenfolge bildet also nur deine echte Wunsch-Sortierung ab, sie schafft keinen Vorteil im Auswahlverfahren selbst.
Sortiere deine Studienwünsche nach den Kriterien, die für dein Studium und dein Leben am meisten zählen. Die wichtigsten sind Standort, realistische Zulassungschance, Studieninhalte und deine persönlichen Präferenzen.
Wo du studierst, prägt sechs Jahre deines Lebens. Eine Großstadt wie München bietet viel, kostet bei Miete und Alltag aber deutlich mehr als eine kleinere Universitätsstadt. Prüfe, wie nah die Uni an deinem sozialen Umfeld liegt, wie hoch die Mieten vor Ort sind und ob du dir den Standort über die gesamte Studienzeit leisten kannst.
An manchen Universitäten ist der Numerus Clausus (NC) härter als an anderen. Es lohnt sich, deine Wünsche so zu mischen, dass auch realistisch erreichbare Standorte dabei sind und nicht ausschließlich die am schwersten zugänglichen. Welche Werte aktuell gelten, zeigt der Artikel NC Medizin, und welche Punktgrenzen je Uni und Quote zuletzt nötig waren, findest du in den Auswahlgrenzen. Deine persönlichen Chancen je Uni lassen sich mit dem NC-Rechner direkt berechnen.
Nicht jedes Medizinstudium ist gleich aufgebaut. Manche Unis lehren klassisch nach Fächern getrennt, andere modellhaft in Themenblöcken mit frühem Patientenkontakt. Auch die Forschungsschwerpunkte unterscheiden sich. Schau dir an, welches Konzept zu deiner Art zu lernen passt, und gewichte Unis mit dem für dich passenden Aufbau höher.
Am Ende zählt, wo du dich wohlfühlst. Klima, Stadtgröße, Freizeitangebot, die Nähe zu Familie oder Partnerin: Solche Faktoren sind nicht messbar, aber für sechs Studienjahre real. Da die Reihenfolge deine Zulassungschance nicht verändert, darfst du diese Vorlieben offen einfließen lassen.
Wäge die vier Kriterien nach deiner eigenen Gewichtung ab. Für manche zählt die Stadt am meisten, für andere der Studienaufbau oder die Nähe zur Familie. Eine feste Formel gibt es nicht, weil jeder Wunsch ein anderes Profil hat. Wichtig ist nur, dass deine Top-Wünsche wirklich die sind, die du am liebsten annehmen würdest.
Du legst deine Reihenfolge im Bewerbungsverfahren fest und kannst sie bis zum Beginn der Koordinierungsphase noch anpassen. Danach steht sie fest und entscheidet bei mehreren Angeboten.
Wie du die Rangfolge im Portal konkret einstellst, welche Koordinierungsregel dabei gilt und welche Fehler du vermeidest, zeigt der Artikel Hochschulstart-Priorisierung Schritt für Schritt. Wie die Vergabe danach Tag für Tag abläuft, erklärt die Koordinierungsphase. Den vollständigen Ablauf von der Registrierung bis zur Zulassung findest du in der Bewerbung Medizinstudium.
Du kannst dich auf bis zu 12 Studienwünsche gleichzeitig bewerben und sie nach deiner persönlichen Reihenfolge ordnen. Diese Möglichkeit gibt es seit dem Sommersemester 2020.
Nein. Die Universitäten sehen deine Reihenfolge nicht. Sie erstellen ihre Ranglisten allein nach ihren Auswahlkriterien, deine Priorisierung fließt dort nicht ein.
Nur bei einer Mehrfachzulassung. Wenn du gleichzeitig Angebote von mehreren Unis erhältst, behältst du das am höchsten gereihte, die niedriger gereihten fallen automatisch weg.
Nach Standort und Lebenshaltungskosten, deiner realistischen Zulassungschance, den Studieninhalten und Schwerpunkten sowie deinen persönlichen Präferenzen. Da die Reihenfolge die Chance nicht verändert, darfst du ehrlich nach Vorlieben sortieren.
Nein. Die Wartezeitquote wurde 2020 abgeschafft. Gesammelte Wartesemester verbessern die Zulassungschancen heute nicht mehr.