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Bewerbung

Talentquote

Talentquote ist kein eigener Zulassungsweg, sondern der umgangssprachliche Name für die Zusätzliche Eignungsquote. Was hinter dem Begriff steckt und warum das Abitur hier nicht zählt.

Kevin Kumar
Kevin Kumar
Talentquote im Medizinstudium: der Begriff hinter der Zusätzlichen Eignungsquote erklärt
Talentquote ist der umgangssprachliche Name für die Zusätzliche Eignungsquote bei der Medizin-Zulassung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Talentquote sollte ab 2020 eingeführt werden, um neben der Abiturnote auch andere Qualifikationen wie Berufserfahrung oder Studierfähigkeitstests zu berücksichtigen, wurde jedoch nie umgesetzt.
  • Stattdessen wurde die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) eingeführt, die 10 % der Studienplätze anhand verschiedener Eignungskriterien vergibt, aber nicht unter der Bezeichnung „Talentquote“ läuft.
  • Gründe für die Nicht-Umsetzung der Talentquote könnten der hohe Verwaltungsaufwand und die Schwierigkeit gewesen sein, individuelle Talente objektiv zu bewerten.
  • Die Diskussion über eine gerechtere Studienplatzvergabe hält an, da viele Expert*innen weiterhin für eine stärkere Berücksichtigung von praktischen Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen plädieren.
  • Zukünftige Reformen könnten die Talentquote erneut ins Spiel bringen, falls sich das aktuelle Zulassungssystem als nicht ausreichend fair erweist.

    Wenn du nach der Talentquote für das Medizinstudium suchst, suchst du in Wirklichkeit nach der Zusätzlichen Eignungsquote. Es gibt keine amtliche Quote, die so heißt. Talentquote ist der umgangssprachliche Name, mit dem Medien und Foren seit der Zulassungsreform 2020 die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) beschreiben. Der Begriff trifft den Kern dieser Quote ganz gut: Hier zählt nicht die Abiturnote, sondern was du sonst mitbringst. Dieser Artikel ordnet den Begriff ein und zeigt, wie die Quote dahinter funktioniert.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Talentquote ist keine eigene amtliche Quote, sondern der umgangssprachliche Name für die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ).
    • Über die ZEQ werden 10 % der Medizin-Studienplätze vergeben, und das Abitur zählt dabei gar nicht.
    • Je Universität entscheidet ein anderes Leitkriterium: TMS, Berufsausbildung, ein Dienst, der HAM-Nat oder ein Auswahlgespräch.
    • An sieben Unis zählt in der ZEQ allein der TMS, darunter Köln, Bonn und Düsseldorf.
    • Der Begriff entstand, weil diese Quote Eignung und Talent belohnt statt der reinen Note. Wartesemester wurden 2020 abgeschafft.

    Was ist die Talentquote?

    Die Talentquote ist kein offizieller Zulassungsweg, sondern der umgangssprachliche Name für die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ). Über sie werden 10 % der Medizin-Studienplätze vergeben, ohne dass die Abiturnote zählt.

    In den Zulassungsordnungen und bei hochschulstart taucht das Wort Talentquote nirgends auf. Dort heißt diese Quote immer Zusätzliche Eignungsquote. Wenn du also in einem Forum oder Zeitungsartikel von der Talentquote liest, geht es um genau diesen einen Vergabeweg. Die komplette Mechanik mit allen Kriterien und der Punktevergabe je Uni erklärt der Artikel Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) im Detail.

    Warum heißt sie Talentquote?

    Der Name Talentquote hat sich eingebürgert, weil diese Quote Eignung und Talent belohnt statt der reinen Abiturnote. Sie ist die einzige der drei Hauptquoten, in der dein Notenschnitt keine Rolle spielt.

    Zum Vergleich: In der Abiturbestenquote (ABQ), die 30 % der Plätze vergibt, zählt allein die Note. Im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH), über das 60 % laufen, gewichtet jede Uni Note, Test und weitere Leistungen gemeinsam. Die ZEQ blendet die Note komplett aus und schaut nur auf das, was du an Eignung nachweisen kannst. Genau diese Logik fasst der Begriff Talent in einem Wort zusammen. Wie sich die Quoten zueinander verhalten, zeigt die Abiturbestenquote und das Auswahlverfahren der Hochschulen.

    Mit der Zulassungsreform 2020 fiel außerdem das Wartesemester-System weg. Gesammelte Wartesemester bringen heute keine Punkte mehr. Die ZEQ trat an diese Stelle und gab Bewerber:innen ohne Spitzenabitur einen neuen Weg.

    Wie funktioniert die Quote hinter dem Begriff?

    In der ZEQ legt jede Universität selbst fest, welches Kriterium den Ausschlag gibt. Das kann der TMS sein, eine Berufsausbildung, ein Dienst, der HAM-Nat oder ein Auswahlgespräch. Eine pauschale Regel für alle Unis gibt es nicht.

    Deshalb stimmt die verbreitete Annahme nicht, in der Talentquote zähle überall nur der Test für Medizinische Studiengänge (TMS). An sieben Unis ist das tatsächlich so: Bielefeld, Greifswald, Bochum, Rostock, Düsseldorf, Bonn und Köln vergeben ihre ZEQ-Plätze zu 100 % über das TMS-Ergebnis. Andere Universitäten führen über eine Berufsausbildung, den HAM-Nat oder ein Interview. Welche Kombination du brauchst, hängt also davon ab, wo du dich bewirbst.

    An diesen Unis sicherst du dir mit einem starken Testergebnis einen Studienplatz, ganz unabhängig von deiner Abiturnote. Welche Unis ihre Plätze allein über den TMS vergeben und wie stark er an den übrigen wirkt, hat tmsbuddies je Uni aufgeschlüsselt.

    Für wen lohnt sich die Talentquote?

    Die Talentquote lohnt sich für alle, deren Abitur allein nicht für einen Platz reicht, die aber eine konkrete Eignung nachweisen können. Ein gutes TMS-Ergebnis, eine medizinnahe Ausbildung oder ein Dienst können hier den Unterschied machen.

    Wichtig ist, dass du vorab prüfst, welches Kriterium die Wunsch-Uni in ihrer ZEQ ansetzt. Eine Bewerbung, die auf den TMS setzt, bringt an einer Uni mit reinem Ausbildungs-Kriterium wenig. Deine realistischen Chancen je Uni und Quote kannst du vorab mit dem NC-Rechner abschätzen. Die Bewerbung selbst läuft wie bei allen Quoten zentral über hochschulstart, dessen Ablauf der Artikel hochschulstart erklärt.

    Was zählt am Ende wirklich?

    Am Ende zählt nicht der Begriff, sondern das Kriterium deiner Wunsch-Uni. Die Talentquote ist nur ein Etikett für die Zusätzliche Eignungsquote, und dort entscheidet je nach Hochschule der TMS, eine Ausbildung, ein Dienst, der HAM-Nat oder ein Gespräch.

    Wer die ZEQ als Weg ernsthaft prüft, sollte sich auf das passende Kriterium der jeweiligen Uni konzentrieren statt auf den Sammelbegriff. Für die Mehrheit der Bewerber:innen ohne Spitzenabitur ist ein starkes TMS-Ergebnis dabei der breiteste Hebel, weil es an vielen Unis sowohl in der ZEQ als auch im AdH zählt. Welche Note du für einen direkten Platz bräuchtest und wie die Quoten zusammenspielen, liest du im Überblick zu NC Medizin.

    Ist die Talentquote dasselbe wie die Zusätzliche Eignungsquote?

    Ja. Talentquote ist der umgangssprachliche Name für die Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ). Eine eigene amtliche Quote namens Talentquote gibt es nicht. Alle Details stehen in der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ).

    Wie viele Studienplätze werden über die Talentquote vergeben?

    Über die Quote, die umgangssprachlich Talentquote heißt, werden 10 % der Medizin-Studienplätze vergeben. Die Abiturbestenquote macht 30 % aus, das Auswahlverfahren der Hochschulen 60 %.

    Zählt in der Talentquote nur der TMS?

    Nein. Nur an sieben Unis (Bielefeld, Greifswald, Bochum, Rostock, Düsseldorf, Bonn, Köln) entscheidet allein das TMS-Ergebnis. Andere Universitäten führen über eine Berufsausbildung, den HAM-Nat oder ein Auswahlgespräch.

    Spielt das Abitur in der Talentquote eine Rolle?

    Nein. In der Zusätzlichen Eignungsquote zählt die Abiturnote gar nicht. Bewertet wird allein die Eignung über das jeweilige Kriterium der Universität.

    Wo bewerbe ich mich für die Talentquote?

    Die Bewerbung läuft wie für alle Quoten zentral über hochschulstart. Du wählst deine Studienwünsche und reichst die geforderten Nachweise fristgerecht ein.