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NC berechnen für das Medizinstudium: So findest du deinen Chancenwert heraus

NC berechnen geht für Medizin nicht direkt, weil es keinen festen NC gibt. So schätzt du über den Grenzrang ab, wo Abitur, TMS und Boni dir realistisch eine Chance geben.

Nils-Andre Stritt
Nils-Andre Stritt
NC berechnen für das Medizinstudium: Chance über Grenzrang, Abitur und TMS abschätzen
Den NC berechnen geht für Medizin nicht direkt: deine Chance ergibt sich aus dem Grenzrang.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dein Abiturdurchschnitt ist die Basis. Vergleiche ihn mit den NC-Werten der Vorjahre an den Universitäten, die dich interessieren.
  • Regionale Unterschiede: Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und andere haben unterschiedliche Regeln und Gewichtungen bei der Ermittlung von Abischnitt und Punktzahl.
  • Nutze Abitur Rechner, um deinen Notendurchschnitt korrekt zu berechnen.
  • Neben der Abiturnote zählen für das Medizinstudium auch der TMS (Test für Medizinische Studiengänge), Berufserfahrung oder Zusatzqualifikationen. Diese können deine Chancen verbessern.
  • Halte dich durch Newsletter und Updates von Hochschulen und Beratungsportalen auf dem Laufenden, um immer die aktuellsten Informationen und NC-Tabellen zu haben.

    Beim Medizinstudium willst du eine einfache Antwort: Wie hoch ist der NC und reicht mein Abitur? Genau diese Antwort gibt es so nicht. Den NC berechnen kannst du nicht im Voraus, weil kein fester Wert existiert. Stattdessen schätzt du deine Zulassungschance über den Grenzrang ab, also über die Position des letzten Zugelassenen einer Uni und Quote im Vorjahr. Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, wie Abiturnote, TMS-Ergebnis und Boni zusammen bestimmen, wo du realistisch eine Chance hast.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Einen festen NC gibt es nicht. Du schätzt deine Chance über den Grenzrang ab, den Rang des letzten Zugelassenen je Uni und Quote.
    • Maßgeblich sind Abiturnote, TMS-Ergebnis und Boni wie Dienst oder Ausbildung, je nach Quote unterschiedlich gewichtet.
    • Es gibt drei Quoten: Abiturbestenquote 30 %, Zusätzliche Eignungsquote 10 % und Auswahlverfahren der Hochschulen 60 %.
    • In der Abiturbestenquote liegt der NC für Humanmedizin meist um 1,0. Die Vorjahreswerte schwanken jährlich und sind nur eine Orientierung.
    • Wartesemester wurden 2020 abgeschafft und verbessern deine Chance heute nicht mehr.

    Warum man den NC für Medizin nicht direkt berechnen kann

    Einen festen NC zum Vorausrechnen gibt es für Medizin nicht. Der Numerus Clausus (NC) ist kein vorab festgelegter Schwellenwert, sondern ein Ergebnis: die Note oder Position, mit der im Vorjahr der letzte Bewerber noch zugelassen wurde.

    Dieser Wert entsteht erst nach dem Verfahren. Er hängt davon ab, wie viele Plätze eine Uni hat und wie stark der Jahrgang war, der sich beworben hat. Beides ändert sich jedes Jahr. Deshalb kannst du den NC berechnen im Sinne von vorhersagen nicht, du kannst ihn nur abschätzen. Das praktische Werkzeug dafür heißt Grenzrang. Wie das Rang-Konzept im Detail funktioniert, erklärt der Artikel Grenzrang verständlich erklärt.

    Was der Grenzrang ist und wie du damit deine Chance schätzt

    Der Grenzrang ist die Rangposition des letzten Bewerbers, der an einer Uni in einer Quote noch einen Platz bekommen hat. Liegt er bei 180, haben dort die ersten 180 Plätze gereicht. Wer schlechter platziert war, ging in dieser Quote leer aus.

    Für deine Einschätzung drehst du die Logik um. Du nimmst die Grenzränge des Vorjahres je Uni und Quote als Messlatte und prüfst, ob dein eigenes Profil dich voraussichtlich über diese Schwelle bringt. Maßgeblich für deine Position sind drei Dinge: deine Abiturnote, dein TMS-Ergebnis und mögliche Boni aus Dienst oder Ausbildung. Wie diese Größen je nach Quote zusammenspielen, klären die nächsten Abschnitte. Die historischen Schwellenwerte selbst sammelt der Artikel Auswahlgrenzen im Überblick.

    Die drei Quoten und was darin zählt

    Nach Abzug der Vorabquoten verteilt hochschulstart die Plätze auf drei Quoten, und in jeder zählt etwas anderes. Für deine Einschätzung rechnest du dich durch jede Quote einzeln, denn dein Profil passt mal besser, mal schlechter.

    In der Abiturbestenquote (ABQ), 30 %, zählt allein die Abiturnote, berechnet je Bundesland. Wie diese Quote arbeitet, zeigt die Abiturbestenquote im Detail. In der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ), 10 %, zählt das Abitur gar nicht. Jede Uni legt selbst fest, ob TMS, eine Ausbildung, ein Dienst oder ein Auswahlgespräch führt. Welche Uni was gewichtet, steht in der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ). Im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH), 60 %, kombiniert jede Uni die Faktoren selbst: das Abitur mit 20 bis 60 %, den TMS mit 60 bis 100 % und dazu eigene Boni. Wie die Unis ihre Formeln bauen, erklärt das Auswahlverfahren der Hochschulen.

    Eine reine Wartezeitquote existiert nicht mehr. Wartesemester wurden 2020 abgeschafft und spielen bei der Vergabe heute keine Rolle.

    Wie hoch ist der NC für Humanmedizin?

    In der Abiturbestenquote liegt der NC für Humanmedizin meist um 1,0. An vielen Unis reichte zuletzt nur ein Spitzenabitur, an einzelnen Standorten kam noch ein Auswahlgrad oder Losverfahren hinzu.

    Diese Zahl gilt nur für die ABQ. In ZEQ und AdH entscheidet nicht die Note allein, sondern die Kombination aus Abitur, TMS und Boni. Genau deshalb ist die Frage nach dem einen NC irreführend. Eine 1,3 reicht in der ABQ nirgends, kann aber im AdH mit einem starken TMS je nach Uni durchaus für eine Zulassung reichen. Einen Überblick über alle aktuellen NC-Werte und Quoten gibt der Artikel NC Medizin im Überblick.

    So rechnest du dich durch die Quoten

    Deine Chance schätzt du, indem du dein Profil je Quote gegen die Vorjahres-Grenzränge der Wunsch-Unis hältst. Du brauchst dafür drei Werte: deine Abiturnote, ein realistisch geschätztes oder bereits vorliegendes TMS-Ergebnis und deine Boni.

    So gehst du vor. Prüfe zuerst die ABQ: Liegt dein Abitur nahe 1,0, hast du hier eine Chance, sonst trägt diese Quote dich kaum. Schau dann in den AdH jeder Wunsch-Uni, denn dort entscheidet die Gewichtung. Eine Uni, die den TMS mit 60 % oder mehr gewichtet, belohnt ein gutes Testergebnis stärker als eine Uni mit hohem Abitur-Anteil. Prüfe zuletzt die ZEQ, falls du eine passende Ausbildung, einen Dienst oder ein starkes Testprofil mitbringst. Den Rechenweg über alle Unis nimmt dir der NC-Rechner ab: Du gibst Abitur und Testergebnis ein und siehst, an welchen Standorten deine Kombination realistisch über den Grenzrang reicht.

    Weil der TMS in ZEQ und AdH der wirksamste zusätzliche Hebel ist, lohnt sich die Vorbereitung. Wie man den Test angeht, zeigt tmsbuddies.

    So schätzt du deine NC-Chance fürs Medizinstudium realistisch ab.

    1. Werte zusammentragen

      Abiturnote, vorliegendes oder geschätztes TMS-Ergebnis und Boni wie Dienst oder Ausbildung notieren.

    2. Grenzränge sammeln

      die Vorjahres-Grenzränge deiner Wunsch-Unis je Quote als Messlatte heranziehen.

    3. ABQ prüfen

      checken, ob dein Abitur nahe 1,0 in der Abiturbestenquote trägt.

    4. AdH durchrechnen

      je Uni die eigene Gewichtung von Abitur, TMS und Boni gegen deinen Wert halten.

    5. ZEQ prüfen

      schauen, ob Ausbildung, Dienst oder ein starkes Testprofil dich in der Zusätzlichen Eignungsquote nach vorn bringen.

    6. Einschätzung vergleichen

      Ergebnisse über alle Unis gegenüberstellen und sehen, wo du realistisch über dem Grenzrang liegst.

    Was du tun kannst, wenn dein Abitur allein nicht reicht

    Reicht dein Abitur nicht für die ABQ, ist das kein Ausschluss. Über ZEQ und AdH zählen TMS und Boni, die deine Note teilweise ausgleichen können.

    Der größte Hebel ist ein gutes TMS-Ergebnis, weil viele Unis es im AdH stark gewichten. Dazu kommen Boni aus einem Freiwilligendienst oder einer abgeschlossenen Ausbildung, je nach Uni und Quote. Welche Faktoren an deinen Wunsch-Unis wie viel bringen, prüfst du am besten konkret pro Standort, denn die Formeln unterscheiden sich deutlich. Wie du deine Studienwünsche danach klug ordnest, erklärt die Hochschulstart-Priorisierung.

    Kann ich den NC fürs Medizinstudium im Voraus berechnen?

    Nein. Einen festen NC zum Vorausrechnen gibt es nicht. Der NC ist die Note des letzten Zugelassenen im Vorjahr und entsteht erst nach dem Verfahren. Du kannst deine Chance nur über den Grenzrang abschätzen.

    Was ist der Grenzrang?

    Der Grenzrang ist die Rangposition des letzten Bewerbers, der an einer Uni in einer Quote noch einen Platz bekommen hat. Liegt er bei 180, haben dort die ersten 180 Plätze gereicht. Die Vorjahres-Grenzränge dienen als Messlatte für deine eigene Einschätzung.

    Wie hoch ist der NC für Humanmedizin?

    In der Abiturbestenquote liegt er meist um 1,0. Diese Zahl schwankt jährlich und gilt nur für die ABQ. In ZEQ und AdH entscheidet die Kombination aus Abitur, TMS und Boni, nicht die Note allein.

    Zählt in der ZEQ nur der TMS?

    Nein. In der Zusätzlichen Eignungsquote zählt das Abitur gar nicht, aber welches Kriterium führt, legt jede Uni selbst fest: TMS, eine Ausbildung, ein Dienst oder ein Auswahlgespräch. Details in der Zusätzlichen Eignungsquote.

    Helfen mir gesammelte Wartesemester noch?

    Nein. Die Wartezeitquote wurde 2020 abgeschafft. Wartesemester verbessern deine Zulassungschance heute nicht mehr.