Physikum
Das Physikum ist das erste Staatsexamen im Medizinstudium in Deutschland, das nach dem vierten Semester den vorklinischen Abschnitt abschließt und als Voraussetzung für den Eintritt in den klinischen Studienabschnitt dient.

Das Staatsexamen in der Medizin ist die zentrale Abschlussprüfung im Medizinstudium und eine der anspruchsvollsten Prüfungen im deutschen Hochschulsystem. Wer in Deutschland Ärztin oder Arzt werden will, muss diese Prüfung bestehen. Sie ist gesetzlich durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) geregelt und stellt sicher, dass Medizinstudierende am Ende ihrer Ausbildung über das notwendige Wissen und die Fähigkeiten für den ärztlichen Beruf verfügen.
Die ärztliche Prüfung besteht aus drei getrennten Abschnitten, die sich jeweils auf verschiedene Phasen des Studiums und unterschiedliche Kompetenzen beziehen. Jeder dieser Abschnitte ist eigenständig und muss bestanden werden, um die Approbation zu erhalten.
Erst wenn alle drei Abschnitte bestanden sind, kann die Approbation, also die staatliche Zulassung zur Ausübung des Arztberufs, beantragt werden. Das Staatsexamen ist somit nicht nur ein formeller Abschluss, sondern der Türöffner für den Einstieg in den ärztlichen Berufsalltag. Die Approbation erfolgt durch die zuständigen Landesbehörden und ist in ganz Deutschland gültig.
Der zweite Abschnitt der ärztlichen Prüfung, bekannt als Hammerexamen oder M2, gilt unter Medizinstudierenden als die intensivste und herausforderndste Etappe auf dem Weg zum Arztberuf. Der Name „Hammerexamen“ stammt nicht aus dem Gesetzestext, sondern ist Ausdruck des hohen Schwierigkeitsgrades und der schieren Menge an Stoff, die bewältigt werden muss.
Die schriftliche Prüfung findet an drei aufeinanderfolgenden Tagen statt. An jedem Tag müssen jeweils 120 Multiple-Choice-Fragen, insgesamt also 360 Fragen, beantwortet werden. Die Prüfungsfragen stammen aus nahezu allen klinischen Fachrichtungen, darunter:
Die Prüfungsinhalte orientieren sich am IMPP-Katalog, einem umfangreichen Themenverzeichnis, das regelmäßig aktualisiert wird und alle prüfungsrelevanten Inhalte strukturiert zusammenfasst.
Die Fragen sind im Multiple-Choice-Format mit fünf Antwortmöglichkeiten gestaltet, von denen eine oder mehrere richtig sein können. Es geht nicht nur um reines Faktenwissen, sondern um das Verständnis komplexer medizinischer Zusammenhänge. Immer häufiger werden Fallbeispiele integriert, bei denen klinisches Denken und Entscheidungsfähigkeit gefragt sind.
Das IMPP (Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen) erstellt jährlich neue Prüfungen, wobei sich viele Fragestellungen an bereits bekannten Themen orientieren. Ein gezieltes Üben mit Altfragen ist daher ein sinnvoller Bestandteil der Prüfungsvorbereitung.
Eine erfolgreiche Vorbereitung auf das Staatsexamen ergibt sich nicht einfach so – sie braucht einen klaren Plan, eine gute Zeiteinteilung und eine Lernstrategie, die wirklich zu dir passt. Viele angehende Medizinstudenten und Medizinstudentinnen starten etwa sechs bis neun Monate vor dem Examen mit der intensiven Vorbereitung.
Beliebte und bewährte Lernmittel sind:
Zusätzlich setzen viele auf strukturierte Lernpläne, die den gesamten Vorbereitungszeitraum in realistische Etappen einteilen. Dabei gilt: Qualität geht vor Quantität. Tägliches Wiederholen, konsequente Pausen und regelmäßige Testläufe sind wichtiger als das bloße Abarbeiten von Inhalten.
Eine gute Vorbereitung heißt nicht nur, den Lernstoff zu beherrschen, sondern auch mit Druck und Belastung umgehen zu können. Deshalb sind regelmäßige Pausen, ausreichend Schlaf, Bewegung und der bewusste Verzicht auf Multitasking essenziell. Viele Studierende profitieren von Lerngruppen, die nicht nur Motivation, sondern auch einen sozialen Ausgleich bieten.
Zudem helfen Probetests und Prüfungssimulationen, um den Ernstfall realistisch zu erleben und Nervosität zu reduzieren. Auch das Visualisieren des Prüfungstages, von der Anreise bis zur letzten Frage, kann mental vorbereiten und Selbstvertrauen stärken.

Wer das Staatsexamen ablegen möchte, muss rechtzeitig die Anmeldung bei der zuständigen Prüfungsbehörde einreichen. Die Organisation ist ebenso wichtig wie die fachliche Vorbereitung, denn ohne ordnungsgemäßen Antrag ist eine Teilnahme nicht möglich.
Die Anmeldung erfolgt über das jeweilige Landesprüfungsamt, meist digital über das Portal der Behörde oder das zentrale Hochschulportal. Benötigt werden:
Fristen und Anforderungen variieren leicht je nach Bundesland, daher ist eine frühzeitige Information entscheidend. Viele Landesämter kommunizieren wichtige Infos per E-Mail oder stellen sie über eigene Plattformen bereit.
Je nach Bundesland variieren nicht nur die organisatorischen Details rund um das Staatsexamen, sondern auch die konkreten Prüfungsorte und -termine. Das liegt daran, dass die Durchführung der Prüfung in die Zuständigkeit der Landesprüfungsämter fällt, die für die Zulassung und Koordination verantwortlich sind. Entsprechend können auch Kommunikationswege, Fristen und Anforderungen leicht voneinander abweichen.
Für Medizinstudierende bedeutet das: Frühzeitig informieren, genau lesen und bei Unklarheiten direkt beim zuständigen Prüfungsamt nachfragen.
In den meisten Bundesländern wird das Staatsexamen an den Universitätsstandorten oder zentralen Prüfungszentren durchgeführt. Je nach Universität kann das ein Hörsaal, ein Messegelände oder ein speziell angemieteter Prüfungsraum sein. Die schriftlichen Prüfungen werden oft zeitgleich bundesweit durchgeführt, allerdings unterscheidet sich der Ablauf bei der mündlich-praktischen Prüfung (M3) deutlich.
Beispiele:
Die schriftlichen Prüfungstage werden vom IMPP zentral festgelegt und finden in der Regel zweimal jährlich jeweils im Frühjahr und Herbst statt.
Der überwiegende Teil der Kommunikation zwischen Studierenden und Prüfungsamt läuft heute digital. Neben E-Mails nutzen viele Prüfungsämter eigene Onlineportale, auf denen Bewerber*innen ihre Unterlagen hochladen, Fristen einsehen und Benachrichtigungen erhalten.
Einige Portale stellen zusätzlich eine Merkliste oder Checkliste bereit, mit der alle erforderlichen Unterlagen systematisch abgearbeitet werden können. Auch Prüfungsergebnisse werden teilweise digital bereitgestellt.
Tipp: Wer die Anmeldung nicht verpassen will, sollte den Uni-E-Mail-Account regelmäßig prüfen und relevante Fristen zusätzlich im Kalender markieren.
Das Staatsexamen ist anspruchsvoll und nicht jede*r schafft es beim ersten Antritt. Wichtig zu wissen: Ein Nichtbestehen ist kein Weltuntergang. Es gibt klare Regelungen, wie oft die Prüfung wiederholt werden kann, und gezielte Strategien, wie man sich auf einen zweiten Anlauf vorbereitet.
Laut Approbationsordnung darf jeder Abschnitt der ärztlichen Prüfung zweimal wiederholt werden, wodurch insgesamt also drei Versuche pro Abschnitt möglich sind. Nach einem nicht bestandenen Versuch müssen Studierende die Prüfungszulassung erneut beantragen und meist einen Mindestabstand bis zur Wiederholung einhalten.
Typische Fristen:
Ein freiwilliger Rücktritt vor Beginn der Prüfung gilt nicht als Fehlversuch, sofern er form- und fristgerecht erklärt wird.
Sehe das Nichtbestehen als Chance zur Reflexion. Häufige Gründe für ein Scheitern sind:
Wer sich mit diesen Punkten auseinandersetzt, kann beim nächsten Anlauf gezielter vorgehen. Viele Universitäten bieten Beratungsangebote oder Prüfungstrainings an. Auch ein Gespräch mit Lehrenden oder Mentor*innen kann neue Impulse geben.
Wer nach einer Pause erneut startet, sollte den Stoff nicht einfach wiederholen, sondern neu strukturieren, ggf. mit professioneller Unterstützung.
Das Staatsexamen ist der Abschluss des Medizinstudiums und gleichzeitig der Beginn einer ärztlichen Karriere. Es markiert den Moment, in dem aus Studierenden approbierte Mediziner*innen werden. Trotz seiner Komplexität ist das Examen mit der richtigen Vorbereitung, Motivation und Unterstützung gut zu bewältigen.
Die Prüfung ist nicht nur eine Hürde, sondern auch ein Meilenstein, auf den man stolz sein kann. Wer sich frühzeitig mit den Anforderungen auseinandersetzt, die Inhalte strukturiert angeht und dabei auch auf die eigene mentale Gesundheit achtet, hat beste Chancen, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern.
Denke daran: Ein einmaliger Misserfolg ist kein Karriereende. Vielmehr ist das Staatsexamen Teil eines langen Prozesses und jede*r findet darin den eigenen Weg.
Jeder Abschnitt der ärztlichen Prüfung darf zweimal wiederholt werden, also insgesamt drei Versuche pro Abschnitt. Ein Rücktritt vor Prüfungsbeginn gilt nicht als Fehlversuch, solange er fristgerecht erfolgt.
Der Begriff „Hammerexamen“ bezeichnet den zweiten Abschnitt der ärztlichen Prüfung (M2). Er besteht aus 360 Multiple-Choice-Fragen, verteilt auf drei Prüfungstage, und umfasst den gesamten klinischen Stoff sowie Querschnittsbereiche.
Die schriftlichen Prüfungen (M1 und M2) finden bundesweit zweimal jährlich statt (meist im März/April und August/September). Die mündlich-praktische Prüfung (M3) wird individuell von den Landesprüfungsämtern und Universitäten organisiert.
Die Anmeldung erfolgt über das zuständige Landesprüfungsamt. Je nach Bundesland nutzt man dafür ein digitales Portal oder reicht Unterlagen postalisch ein. Wichtig sind: Nachweise über Studienleistungen, PJ-Bescheinigungen und ggf. ein Attest.
Besonders hilfreich sind Altfragen, der IMPP-Katalog, digitale Lernplattformen (z. B. Amboss, Meditricks), Karteikarten und strukturierte Lernpläne. Viele nutzen auch Lerngruppen oder Prüfungssimulationen zur Vorbereitung.